Biogas: Die Landwirtschaft denkt um

Biogas: Die Landwirtschaft denkt um

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Drei Bauern machten den Anfang – mit einer Biogasanlage. Auch Europas höchstgelegene Molkerei verwertet seine Restprodukte heute ökologisch.

Hinter der Bio Energina AG versteckt sich eine Geschichte, wie sie typisch ist für das Engadin. Denn hier fängt die Zukunft nicht erst morgen an. 2005 war es, als drei Bauern aus St. Moritz, Silvaplana und Sils den Worten Pioniertaten folgen liessen, um Gastro- und Küchenabfälle, Grüngut, Mist und Gülle auf moderne, umweltgerechte Weise zu entsorgen. Die erste Biogasanlage konnte im November 2005 in Betrieb genommen werden: Sie produziert heute Strom für 140 Haushalte.

Europas höchstgelegene Molkerei, die Lataria Engiadinaisa SA (LESA) in Bever, hat solche Pläne bereits umgesetzt: Bei der Käseherstellung entstehen jährlich gut 4000 Tonnen Schotten-Flüssigkeit, die nicht mehr ins Unterland gefahren, sondern in einem neuen Verfahren (Biogasanlage) zu rund 280’000 kWh Strom (für ca. 100 Haushalte) umgewandelt werden. Das Projekt wird vom Schweizer Grossverteiler Coop unterstützt, der den Bio Engadin Käse, Pro Montagna Jogurt und andere Produkte landesweit und mit grossem Erfolg verkauft.

Ab dem Frühling 2011 wird zudem auf dem Dach der LESA die schweizweit erste thermische Solaranlage zur Dampferzeugung in Betrieb genommen und damit ca. 8000 Liter Heizöl substituiert.

Repo-Tipps Aus dem Käse kommt die Energie: Verfolgen Sie in der Lataria Engiadinaisa in Bever den Prozess von der Milch über das Käsen bis hin zur Verwertung der Schotte. Kontakt: Lataria Engiadinaisa SA, Alex Nietlispach (Geschäftsführer), nietlispach@lesa.ch; www.lesa.ch.

 

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